Patient Safety-II

Das Thema Patientensicherheit findet im Gesundheitswesen immer mehr Beachtung.

Während das Konzept Safety-I im klinischen Risikomanagement darauf angesetzt ist, auf unerwünschte Ereignisse – etwa Verletzungen und Unfälle während der OP – zu reagieren, verfolgt das Safety-II-Konzept einen proaktiveren Ansatz: Dem Vorbeugen ebendieser unerwünschten Ergeignisse. Dabei legt es das Augenmerk quasi auf die Dinge, die gut laufen, um diese zu födern und eine Sich-Selbst-Verstärkung von Positivem in Gang zu setzen.

In Deutschland wird vorwiegend noch der Safety-I-Ansatz praktiziert. Es besteht ein Bedarf, den Safety-II-Ansatz zu entwickeln:

Dafür haben Forscher das Konzept der Funktionalen Resonanzanalysemethode (FRAM) im Rahmen von Safety-II analysiert und nutzbar gemacht – dazu ist folgende Publikation erschienen, die Prof. Dr. Thomas Mühlbradt von Konsortialpartner FOM-Hochschule Aachen mitverfasst hat:

Speer, T., Mühlbradt, T., Fastner, C. et al. Safety‑II: ein systemischer Ansatz für ein effektives klinisches Risikomanagement. Anaesthesiologie (2022).

https://link.springer.com/article/10.1007/s00101-022-01215-7

Bild: Patientenattrappe mit Katheter (C) Region Aachen Zweckverband

 

3. GALA-Meilensteintreffen an der FOM Hochschule im TZA

Am 28. & 29. September hat das GALA-Projektteam das 3. Meilensteintreffen erfolgreich absolviert – diesmaliger Gastgeber war die FOM-Hochschule Aachen in der Location des Technologiezentrums am Europaplatz (TZA).

Das Wichtigste vorab: Die Pilotprojekte aller Partner sind erfolgreich initialisiert – eventuelle Anpassungen und Unterstützungsbedarfe wurden identifiziert und Abbildungen zu den jeweiligen Cases finalisiert.

Den Auftakt gab der Projektträger Karlsruhe (PTKA): Cathrin Becker und Susanne Neuberger kündigten ein Koordinatorentreffen an mit dem Ziel, alle REGION.innovativ-Projekte zusammenzubringen und hier einen spannenden Austausch zu ermöglichen.

Weiter ging es mit Vorträgen unserer Kooperationspartner Krankenhaus Düren (Sebastian Heilsberger & Hanife Dama) und den Aachener Caritasdiensten (Verena Richter). Das Krankenhaus Düren stieß dabei eine Diskussion rund um das Thema neue Berufsbilder in der Pflege an. Die Aachener Caritasdienste stellten ihre Digitalisierungsmaßnahmen vor und berichteten über dadurch erzielte Nutzen und Vorteile, aber auch über besondere Herausforderungen, die es noch zu lösen gilt.

Es folgten die GALA-Projektpartner FIR, VOSTRA, GfPS, FOM, IAW, MedAix, Modell Aachen, AIXTRA, Lebenshilfe, Heinen Automation, St. Gereon und Region Aachen – sie berichteten über ihren entsprechenden Projektstand, neue Aspekte und weitere Schritte. Vorgestellt wurden auch die Case-Abbildungen (Überblick der betrieblichen Projektarbeiten) seitens der einzelnen Partner. So wurden Querverbindungen deutlich und das Projektvorhaben einfach zugänglich visualisiert.

Auch auf diesem Meilensteintreffen gab es wieder spannende Workshops:

  • Onboarding – Prozesse bei den Unternehmenspartnern (Dr. Helga Unger | FOM Hochschule Aachen)
  • Bewertung geistiger Arbeit – Chancen und Herausforderung (Kathrin Schäfer | Institut für Arbeitswissenschaft)
  • Anforderungen an die Toolboxen (FOM & IAW)

Ein definitives Highlight zum Abschluss war der Besuch bei der Lebenshilfe Werkstätten & Service GmbH. Ralph Wittenmeier von der Lebenshilfe Aachen führte durch die verschiedenen Werkstätten – hier gewannen die GALA-Projektpartner einen spannenden Einblick in die Arbeitsgestaltung für Menschen mit Behinderungen. Es waren zwei gelungene Tage: Unser Vorhaben, Gesundheitsberufe in der Region Aachen besser zu machen und Vernetzungen zu erzeugen, ist auf dem besten Weg!


© Bild: FOM Hochschule Aachen

Morgendlicher OP-Start im Krankenhaus – komplexer als man denkt.

Im Rahmen von GALA haben die FOM und das in GALA assoziierte Krankenhaus Düren ein Pilotprojekt der Versorgungsforschung durchgeführt. Beteiligt waren mehrere Fachbereiche des Krankenhauses. Es ging dabei um die Analyse des morgendlichen OP-Starts mittels einer Methode aus der Sicherheitsforschung (Safety II), die bereits in Skandinavien und den Niederlanden im Gesundheitsbereich eingesetzt wird, jedoch bisher im deutschen Gesundheitswesen noch keine Verbreitung gefunden hat: Die Funktionale Resonanz-Analyse Methode (FRAM). Zielsetzung war es ein Modell der morgendlichen Abläufe über die Bereiche hinweg zu erstellen, und zwar so, wie die Arbeit tatsächlich erfolgt (work-as-done), um daraus Hinweise für Systemresilienz, Patientensicherheit und letztendlich auch Prozessverbesserungen zu ziehen.

Das Projektteam besteht aus Ärzten, OP-Management und Pflegevertretungen (Projektleitung Prof. Dr. med. Stefan Schröder). Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die FOM Aachen (Professur für Arbeits- und Ingenieurpsychologie, Prof. Mühlbradt, Dr. Unger)

Auch wenn der morgendliche OP-Start, dessen Ziel es ist, um 8:15 Uhr die erste OP zu beginnen, zu Projektbeginn recht übersichtlich erschien, so zeigte sich im Verlauf und mit zunehmender Informationslage, ein sehr komplexes sozio-technisches Gefüge mit vielen Querverbindungen. Aus den erhobenen Daten heraus wurde die „Variabilität“ einzelner Funktionen im System sichtbar, die durchaus gewünscht ist, jedoch in einigen wenigen Fällen auch zeitliche und organisationale Hindernisse darstellen kann. In der Folge wurden diese Varianzen vertiefter betrachtet und durch das Projektteam bewertet. Vorgehen in der Versorgungsforschung und Ergebnisse wurden nun der Geschäftsführung und weiteren Beteiligten vorgestellt.

In der Folge wird es für das Krankenhaus Düren darum gehen, den als prioritär identifizierten Handlungsfeldern Maßnahmen zuzuordnen und umzusetzen. Ein Einsatz der FRAM in weiteren Kliniken ist derzeit in Vorbereitung.

Von links nach rechts im Bild:

Herr Jöpen, Patiententransportdienst

Frau Stoffels, Pflege Holding Area

Herr Bolz, OP-Manager

Frau Dipl.-Wi. Jur. Büttner-Hoigt, Geschäftsführerin

Prof. Dr. Schröder, Chefarzt Anaesthesie

Frau Layer, Oberärztin Anaesthesie

Herr Heinen, Leiter Anaesthesie-Pflege

Frau Dr. Unger, FOM Aachen

Frau Harmsen, Leitung OP-Pflege

https://www.krankenhaus-dueren.de/

https://www.fom.de/hochschulzentren/studium-in-aachen.html

https://gala-regioninnovativ.de/

© FOM Aachen

Wie lernt man in Gesundheitsberufen? Am besten arbeitsnah!

„Arbeitsnahes Lernen im Skills Lab“, so hieß das Motto des GALA Hot Topic Workshops, der am 10. August 2022 im AIXTRA des Universitätsklinikums Aachen stattfand. Ziel war es, verschiedene Trainingsorte bzw. –zentren vorzustellen sowie Interessenten dieses Themenfeldes zusammenzubringen.

Nach einer Begrüßung durch Dr. Lina Vogt (Stellv. Ärztliche Leitung AIXTRA, Fachärztin für Anästhesiologie) und Andrea Lenes (Stellv. Organisatorische Leitung AIXTRA, Simulationspatienten-Programm) führte Dr. Helga Unger (Wissenschaftliche Mitarbeiterin der FOM Hochschule und Workshop-Organisatorin) in die Thematik ein.  Drei Organisationen stellten daraufhin ihre Trainingsorte vor.

AIXTRA

Den Auftakt machten Dr. Leonie Löffler und Michelle Schmidt (beide wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im AIXTRA) mit der Entstehungsgeschichte und dem Konzept des AIXTRA-Kompetenzzentrums. Danach führte Michael Schauwinhold (Facharzt für Anästhesiologie im UKA und Organisatorische Leitung der Simulation im AIXTRA) durch die verschiedenen Lernräume.Hier können Studierende, sich weiterbildende Ärzte und Ärztinnen, Pflegekräfte aber auch externe Berufsgruppen aus dem Gesundheitsbereich Kurse absolvieren. So werden etwa Fertigkeiten wie Blutentnahme, Ultraschalluntersuchungen, Notfalleinsätze und mehr in realitätsgetreuen Räumen und mit echten Gerätschaften trainiert. Mit  menschlichen Attrappen oder auch Schauspieldarstellern werden so konkrete Arbeitssituationen simuliert und reflektiert (s. Bilder).

St. Gereon Seniorendienste

Jan Fabry (Qualitätsbeauftragter und Projektmanager bei St. Gereon) stellte Leitgedanken und Umsetzung des dritten Lernortes in der Altenpflege vor, der sich in einem der Wohnheime St. Gereons befindet. Hier können Auszubildende ganz arbeitsnah in die Praxis eintauchen und zum Start ihrer Ausbildung relevante pflegebezogene Handlungen einüben. Dieser dritte Lernort ist genau so gestaltet wie ein „echtes“ Zimmer im Seniorenheim (Wohn-/Schlafbereich, Bad, Küchenelemente) wodurch der Praxisbezug maximiert wird.

Bildungszentrum für Pflege und Gesundheit (BZPG)

Anika Oidtmann (Pflegemanagerin M.A. Leitung Fort- und Weiterbildung für Pflegeberufe beim BZPG), Marina von Kummer und Sandra Kupzig (beide: Pädagogisches Team Pflegeschule des BZPG) berichteten schließlich über die Gestaltung praxisnaher Trainingseinheiten im Bildungszentrum. Angehende Pflegefachkräfte sowie weitere Ausbildungsgänge nutzen auch hier die Trainingsorte. Im Skills Lab des BZPG trainiert man spezielle Kompetenzen, die für die Pflege grundlegend sind. So können Auszubildende professionelle Handlungskompetenzen praktisch einüben. Dabei kommen auch Kameras und ein eigener Regie-Raum zum Einsatz. Zum Abschluss des Vormittags wurden Aufwand- und Nutzeneffekte solcher Lernsettings diskutiert. Es wurde betont, dass diese Formen des arbeitsnahen Lernens zukünftig eine (noch) bedeutendere Rolle im Aus- und Weiterbildungsgeschehen im Gesundheitswesen einnehmen werden. Es fehlt jedoch derzeit an guten Hilfen und Tools, um solche Trainingsmöglichkeiten auf- und auszubauen. Deshalb wurde auch der Workshop mit den verschiedenen praktischen Umsetzungen und der Möglichkeit des voneinander Lernens sehr geschätzt.

Wir bedanken uns bei allen Beispielgebern für die spannenden Einblicke in ihre Trainingsorte und bei den teilnehmenden Unternehmen und Organisationen (s.u.) für den anregenden Austausch über die Potenziale solcher Settings!

Aachener Caritasdienste

AIXTRA Kompetenzzentrum für Training und Patientensicherheit

Bildungszentrum für Pflege und Gesundheit (BZPG)

FIR e.V. RWTH Aachen

FOM Hochschule für Oekonomie & Management Aachen

MedAix

Modell Aachen

PBO – Personal, Betrieb und Organisation Würselen

Pflegeschule des Krankenhaus Düren

Region Aachen Zweckverband

St. Gereon Seniorendienste

Stadt Aachen

Uniklinikum Aachen

VOSTRA

Bild 1: Arm-Atrappen, um Blutentnahme zu üben

Bild 2: Katheter-Atrappe, um Reinigung der Blutgefäße zu üben

Bild 3: AIXTRA-Gebäude von innen

Bild 4: Anatomie-Modell eines weiblichen Körpers

 © Region Aachen Zweckverband

Bild 5: Weitere Anatomie-Modelle

© FOM Aachen

„Wenn Corona nochmal passiert, dann…“ – Experti:nnen der Gesundheitsbranche diskutieren Maßnahmen für besseres Arbeiten

Welche:r Gesundheitsarbeiter:in wünscht sich keine besseren Arbeitsbedingungen? Das GALA-Projekt will genau bei dieser Fragestellung ansetzen. Hierfür gilt es, die Perspektive von Gesundheitsfachkräften einzunehmen. Zum Beispiel im Rahmen eines Delphi-Workshops:

Am 25.03.2022 fand im Rahmen des GALA-Projektes ein Delphi-Expert:innen-Workshop statt. Das Institut für Arbeitswissenschaft (IAW) leitete diesen virtuell unter dem Thema „Auswirkungen der Corona-Krise im Gesundheitssektor Aachen“. Zu Gast waren Expert:innen aus der Gesundheitsbranche, etwa aus den Bereichen Pflege, Medizintechnik und Physiotherapie. Ziel war die Erarbeitung von Antworten und Lösungen auf diese Fragen: „Wie hat sich die Corona-Krise auf Ihre berufliche Tätigkeit im Bereich Gesundheit ausgewirkt? Welche Maßnahmen wären bei einer erneuten Corona-Welle sinnvoll für Ihre Arbeit?  Was sollte darüber hinaus institutionalisiert werden?“. Hierfür stellte das IAW drei Corona-Szenarien vor und ließ die Expert:innen Maßnahmen aus den Bereichen „Gesundes Arbeiten und Agilität“ sowie „Digitale Kollaboration und Mensch-Maschine-Interaktion“ bewerten. Interessant war, dass es hier Maßnahmen gab, die auch unabhängig von pandemischen Lagen dringend empfohlen wurden, wie etwa eine Arbeitsgruppe für Datenschutz. Das zeigt uns: Es gibt einen hohen Bedarf, das Arbeiten in der Gesundheitsbranche vorwärts zu bringen! 

Wir bedanken uns für die rege Teilnahme von:

AIXTRA

FIR e.V.

FOM-Hochschule

MedAix

Modell Aachen

Region Aachen

RWTH Aachen

St. Gereon

Das GALA-Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut.

GALA auf der JAHRESTAGUNG 2022 des Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS): „360° Patientensicherheit. Think global, act local!”

Die 16. APS Jahrestagung als das Netzwerk-Event für Patientensicherheit widmet sich in diesem Jahr den sieben strategischen Zielen des GLOBALEN AKTIONSPLANS FÜR PATIENTENSICHERHEIT 2021-30 der World Health Organisation (WHO). Unter dem Motto: „360° Patientensicherheit. Think global, act local“ beleuchtet das Programm Strategien und Best Practices zur Umsetzung der WHO-Ziele
in allen patientensicherheitsrelevanten Bereichen.

 

Weiterführende Informationen zur Tagung unter: https://www.aps-ev.de/Veranstaltungen/aps-jahrestagung-2022/

In der Kategorie „Hochzuverlässige Systeme“ werden aktuelle Forschungsergebnisse aus GALA im wissenschaftlichen Programm der Tagung präsentiert.

 

Tillmann Speer, Christian Fastner, Helga Unger, Thomas Mühlbradt, Stefan Schröder: Neue Wege zu mehr Patientensicherheit im Zentral-OP – Resilience Engineering

 

Die tägliche Arbeit unterschiedlicher Berufsgruppen und Fachdisziplinen im Zentral-OP mit dem Ziel einer individuell bestmöglichen Behandlung unter kosteneffizientem Einsatz moderner Technik ist ein Beispiel für das Wirken eines komplexen soziotechnischen Systems. Patientensicherheit bei perioperativen Prozessen zu gewährleisten, ist angesichts der zunehmenden Erkrankungsschwere und der damit einhergehende Mehrfachmedikation aufgrund der zunehmenden Komplexität eine besondere Herausforderung des klinischen Risikomanagements. Sie wurde zuletzt meist durch die Abwesenheit von (vermeidbaren) Fehlern und Zwischenfällen definiert. Das Lernen daraus allein ist jedoch mit zahlreichen Limitationen verbunden. Stattdessen gewinnt ein systemischer Ansatz immer mehr an Bedeutung, der die überwiegend positiven Behandlungsverläufe und die dafür notwendigen Anpassungen der beteiligten Personen in der Praxis sowie die dafür verantwortlichen Gründe in den Vordergrund stellt (Safety-II). Das übergeordnete Ziel besteht folglich darin, die Fähigkeit des Systems zu stärken, sich an Veränderungen und Störungen anzupassen (Resilience Engineering). So sollen die Ziele des Systems sowohl unter erwarteten als auch unter unerwarteten Bedingungen, wie z. B. Notfallsituationen, erreicht werden können. Die darauf basierende Gestaltung hochzuverlässiger Systeme ist ein strategisches Ziel des globalen Aktionsplans für Patientensicherheit 2021-2030 der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

[ENGL] GALA contributes to the 7th International Conference on Knowledge Management 2022 “Knowledge, Uncertainty and Risks: From individual to global scale”

The International Conference on Knowledge Management (ICKM) will be held June 23-24 at the University of Applied Sciences Potsdam, Germany. ICKM provides researchers and practitioners from all over the world a forum for discussion and exchange of ideas concerning theoretical and practical aspects of Knowledge Management. One of the main topics of this year will be Knowledge Discovery and Sharing in Healthcare. Please check https://ickm2022.fh-potsdam.de/ for more information on ICKM 2022.

GALA will present ongoing research within the Poster Session.

Thomas Mühlbradt et al.: Analysis of complex surgical care preparation in a major regional hospital using the functional resonance analysis method (FRAM).

Delivering and constantly improving patient safety is a major objective in health care. In recent times, complexity of the health care system has evolved due to the continuously growing knowledge in medicine and an ageing population with multiple pre-existing diseases and medications. Furthermore, different professions in health care with innumerable interrelationships as well as the use of modern technology aggravate risk and critical incident analysis. Therefore, it is crucial to develop and establish approaches better suited to complex sociotechnical systems. One promising approach is the Functional Resonance Analysis Method (FRAM). This novel method illustrates relevant system functions and unveils sources as well as effects of variability, which can then be evaluated according to goals and values. For the first time, we applied FRAM to the complex process of surgical care preparation in a major regional hospital in Germany. With the help of semi-structured interviews, we collected information from employees involved in the process of surgical care preparation for a FRAM-Model. This model was subsequently validated in a workshop. Thereby, strategies and specific measures could be derived that foster helpful variability and avoid or diminish unhelpful variability. Thus, the ability of the system to adapt to changes and disturbances under both expected and unexpected conditions was enhanced. In knowledge management terms, the FRAM sheds light on hidden but relevant knowledge within a complex system that is hard or impossible to identify otherwise.

GALA auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Wirtschaftspsychologie

Vom 5.5. – 7.5.2022 findet die 25. Fachtagung der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftspsychologie (GWPs) an der Rheinischen Fachhochschule in Köln statt.

GALA wird daran mit einem Forschungsreferat beteiligt sein:

  • Thomas Mühlbradt: Prozessanalyse in einem Krankenhaus mit der Functional Resonance Analysis Method (FRAM)

Durch Digitalisierung, Anforderungserhöhung und Wissenszuwachs werden soziotechnische Systeme stetig komplexer. Dies führt zu einer abnehmenden Analysierbarkeit und damit zu einem unzureichenden Systemverständnis. In einem medizinischen Kontext kann das zu einer Stagnation bei der Förderung der Patientensicherheit führen, da bewährte Methoden der Analyse keine verlässlichen Ergebnisse mehr liefern. Es sind neue methodische Ansätze erforderlich, um Fortschritte zu erzielen. Ein Ansatz ist die Functional Resonance Analysis Method (FRAM) zur Modellierung und Analyse komplexer soziotechnischer Systeme. Allerdings liegen bis heute keine Anwendungserfahrungen zu FRAM im Gesundheitswesen aus dem deutschsprachigen Raum vor. Im Rahmen des Verbundforschungsprojektes „Gesundheitsregion Aachen: Gesund arbeiten und lernen“ (GALA) wird eine FRAM-Fallstudie in einem regionalen Krankenhaus durchgeführt. Gegenstand ist der Prozess der OP-Vorbereitung, der wochentäglich stattfindet. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Methodik und stellt erste Erfahrungen und Ergebnisse vor.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

3.GALA-Konsortialtreffen in TriCAT spaces vom FIR e. V. organisiert

Wie können Lernen und Arbeiten der Fachkräfte in der Gesundheitsregion Aachen innovativer gestaltet werden?

In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreuten GALA-Projekt steht diese Frage im Fokus. Am 24. & 25. Januar 2022 fand das 3. Konsortialtreffen erneut coronabedingt in der virtuellen 3D Lern- und Arbeitswelt von TriCAT spaces statt. TriCAT spaces ermöglichte dem Projektteam trotz der Corona-Einschränkungen eine interaktive Veranstaltung und eine entspannte Arbeits- und Lernatmosphäre.

Inhaltlich standen folgende Aspekte im Fokus der beiden Tage: Die Anwendungs- bzw. Unternehmenspartner (GfPS, Modell Aachen, Heinen, Vostra, Medaix, Lebenshilfe, AIXTRA und St Gereon) berichteten über den neuesten Stand ihrer Aktivitäten in den jeweiligen Pilotprojekten innerhalb der vier Leitthemen Gesundes Arbeiten, Digitale Kollaboration, Mensch-Maschine-Interaktion und Agilität/Innovation. Die Forschungspartner FIR, IAW und FOM gaben Einblicke in ihre jeweiligen Analysen zu den Themen Resilienz, internationales Ressourcenmanagement sowie die beiden Handlungsfelder Arbeitsgestaltung und Kompetenzmanagement.

Der Region Aachen Zweckverband stellte die nächsten Schritte vor, um die ersten spannenden Ergebnisse der Projektaktivitäten in die Region Aachen und darüber hinaus zu transferieren.

Highlight des Tages waren zudem interaktive Workshops zu coronabedingten Veränderungen hinsichtlich der genannten Handlungsfelder bei den Praxispartnern sowie zwei Impulsvorträge: Dr. med. Saša Sopka, Ärztlicher Leiter beim AIXTRA- Kompetenzzentrum für Training und Patientensicherheit, Sektionsleitung Wissensmanagement und Patientensicherheit/Anästhesiologie, referierte über Prozessoptimierung in der medizinischen Praxis durch Künstliche Intelligenz. Burkhard Wolkewitz (Modell Aachen) gab einen wertvollen Input über den verändernden Einfluss neuer Arbeitsformen auf die Prozessorganisation.

GALA auf der Frühjahrskonferenz der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft

Vom 2.-4. März 2022 findet in Magdeburg der 68. Frühjahrskongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft unter dem Titel „Technologie und Bildung in hybriden Arbeitswelten“ statt.
Im Rahmen dessen leitet Prof. Ernst A. Hartmann vom Institut für Innovation und Technik in Berlin eine Veranstaltung zu aktuellen Ansätzen zur Analyse komplexer sozio-technischer Systeme. Wir freuen uns sehr, dass GALA gleich mit zwei Beiträgen daran beteiligt sein wird:

Der Beitrag von Mühlbradt u.a. gibt einen Überblick über die aktuelle wissenschaftliche Literatur zur Analytik komplexer soziotechnischer Systeme. Der Beitrag von Unger u.a. präsentiert erste Erfahrungen aus der praktischen Umsetzung eines dieser Ansätze im Gesundheitswesen. Ziel ist dabei eine hohe Prozessqualität sicherzustellen und somit die Patientensicherheit zu erhöhen.

Weitere Informationen zum Kongress finden Sie unter www.gfa2022.de 

Rückblick Workshop: „AR / VR-Technologien – Beispiele der GALA Partner“

Am 26.11.2021 fand der von der FOM Hochschule organisierte Workshop zum Thema „AR / VR-Technologien – Beispiele der GALA Partner“ statt.

Ziel des Termins war es, die Möglichkeiten von Augmented und Virtual Reality Technologien in den Kontexten der Gesundheitsbranche sowie in Produktionsprozessen zu präsentieren, um dann anschließend mit den GALA-Verbundpartnern zu eruieren, inwiefern diese Technologien innerhalb des GALA-Projektes Anwendung finden könnten.

Dazu wurden die GALA-Verbundpartner sowie regionale und externe Technologiepartner aus dem Bereich Augmented und Virtual Reality in das Technologiezentrum Aachen eingeladen.

Nach der Begrüßung durch Dr. Helga Unger und Prof. Dr. Thomas Mühlbradt von der FOM Hochschule folgten die Impulse der Technologiepartner:

  • Den Anfang machte Michelle Schmidt vom AIXTRA – Kompetenzzentrum für Training und Patientensicherheit des Uniklinikums Aachen. Sie stellte die virtuelle OP-Tour vor, die sich Patient*innen mit Hilfe einer VR-Brille anschauen können, um mit perioperativen Ängsten – die Angst, die man als Patient*in vor einer OP spürt – besser umgehen zu können. Bei dieser Tour sieht der/die Patient*in aus Dritter-Person-Perspektive dem Ablauf zu, wie ein anderer Patient die OP-Vorbereitung durchläuft – also etwa Arzt-Patient-Gespräch, die Fahrt zum OP-Saal und die Narkosevorbereitung. Diese Abfolge vorab zu sehen, kann die Unsicherheit des Patienten reduzieren.
  • Danach stellte Silke Thiem vom Institut für Arbeitswissenschaft der RWTH Aachen Augmented Reality in der gewerblich-technischen Berufsausbildung vor. Mit dem so genannten FeDiNAR-System (Fehler Didaktisch Nutzbar Machen mit Augmented Reality) wird ein Lernen aus Fehlern in der Berufsausbildung angestrebt. Mittels eines AR-gestützten Lernsystems werden die Handlungen des Lernenden erfasst, deren Konsequenzen simuliert und dem Lernenden wiederum in AR visualisiert – er lernt also aus Fehlern, ohne dass es in der realen Werkstatt zu Schäden kommt.
  • Darauf folgte Johannes Schenk vom Institute of Management & Information Systems (mis) der FOM Hochschule mit dem Thema „Wissensgenerierung und –transfer im virtuellen Raum – ausgewählte Beispiele aus der Pharmaindustrie“. Er erläuterte unter anderem, wie etwa ein virtuell gestalteter Reinraum dem Externalisieren von Wissen dienen kann, sodass eine bestimmte Reihenfolge von Prozessschritten erlernt wird, noch bevor der Mitarbeiter den realen Reinraum betritt.
  • Den Abschluss machten Florian Jansen und Maris Preußer von der Oculavis GmbH mit dem Thema „Remote Support und Augmented Reality im Maschinen- und Anlagenbau“. Sie zeigten auf, dass bei der Instandhaltung oder Reparatur von Maschinen und Anlagen ein AR-Viewer eingesetzt werden kann. Mit dessen Hilfe werden die Maschinenbauteile quasi „durchleuchtet“, um dann virtuell – etwa auf einem Tablet – aufzuzeigen, welche Schritte zur Wartung oder Instandsetzung vorzunehmen sind. Auf diese Weise kann der AR-Viewer Produktionsausfällen zügig entgegenwirken, da das Personal vor Ort diese Arbeiten durchführen kann und kein Experte von weit her hinzugezogen werden muss.

Anschließend fanden alle Workshopteilnehmer*innen die Gelegenheit, die von den Technologiepartnern mitgebrachten AR- und VR-Technologien quasi am „eigenen Leib“ unter fachkundiger Begleitung auszuprobieren.

Florian Schuldt und Katharina Körber (links & mitte) werden von Johannes Schenk (rechts) durch ein virtuelles Krankenhaus geführt.

Ralph Wittenmeier von der Lebenshilfe Aachen testet das FeDiNAR-System.

 

Bilder: © Region Aachen / Diana Mowat

In einer anschließenden Diskussionsrunde ergründeten die Teilnehmer*innen mögliche Einsatzgebiete der vorgestellten AR- und VR-Technologien, insbesondere im vom GALA-Projekt fokussierten Gebiet der Gesundheitsbranche. Dabei  wurden vielfältige Einsatzmöglichkeiten gesehen. Die Teilnehmer*innen unterstrichen jedoch auch die Wichtigkeit einer kriterienbasierten Auswahl solcher Technologien, um größtmögliche Erfolge zu erzielen. An dieser Stelle wird das vom BMBF geförderte GALA-Projekt weiter ansetzen.

GALA-Verbundprojekt: 2. Konsortialtreffen am FIR e. V. an der RWTH Aachen erfolgreich absolviert

Innovatives Lernen und Arbeiten in der Gesundheitsregion Aachen strukturieren und stärken

Am 25. & 26. Oktober 2021 trafen sich anlässlich des 2. Konsortialtreffens alle Partner des GALA-Verbundprojekts. Seit dem letzten Verbundtreffen haben die Partner an Workshops teilgenommen, ein Self-Assessment anhand der vier GALA-Leitthemen „Mensch-Maschine-Interaktion“, „Gesundes Arbeiten“, „Digitale Kollaboration“ und „Agilität/Innovation“ durchgeführt sowie ihre (Pilot-)Projekte weiterentwickelt. Im Vordergrund dieses Treffens stand der Austausch über die Ergebnisse sowie die Generierung der nächsten gemeinsamen Ziele.

Durch die Erkenntnisse des Self-Assessment-Tools konnten die Partner voneinander profitieren und einen großen Ideenpool innovativer Ansätze entwickeln, wie das Lernen und Arbeiten in den unterschiedlichen Institutionen der Gesundheitsbranche optimiert werden kann. Durch das Tool wurden Entwicklungspotentiale sichtbar, um den künftigen Herausforderungen, wie z.B. der Digitalisierung, handlungsfähig begegnen zu können. Als wichtigste Ressource wurde dabei die Kompetenz der Mitarbeitenden herausgestellt, welche weiterentwickelt werden muss, damit sie auch in Zukunft strategisch und qualifiziert auf neue Settings reagieren können. Zwischen den Vorstellungen der Verbundpartner hat Frau Mirijam Buhr vom Partner MedAix eine bewegte Pause zur Gesundheitsförderung am (Büro-)Arbeitsplatz durchgeführt und somit einen der vielen Ansätze des Ideenpools erlebbar gemacht.

Der General und Cluster-Manager Ralf Bigge bestätigte in einem Gastvortrag diese Wichtigkeit der Weiterbildungsmaßnahmen und führte die Gruppe anschließend durch die Labs und die DFA Demonstrationsfabrik Aachen, in welchen anschaulich die Potentiale der Digitalisierung in Produktionsprozessen ausgeschöpft werden. Frau Dr. med. Sandra Dohmen ließ das GALA-Konsortium in das Telemedizinzentrum Aachen schauen und offenbarte, was durch Digitalisierung der Medizin in der Gesundheitsregion Aachen bereits geleistet wird.

Abschließend führten Frau Dr. Helga Unger und Herr Prof. Dr. Mühlbradt von der FOM Hochschule sowie Frau Katharina Schäfer vom IAW Institut interaktive Workshops zu den GALA-Handlungsfeldern „Kompetenzmanagement – Arbeitsnahes Lernen“ und „Arbeitsgestaltung“ durch. Wir freuen uns auf die weitere produktive und erkenntnisreiche Zusammenarbeit in unserem GALA-Projekt!

Impressionen aus den Workshops:

Frau Mirijam Buhr von MedAix führt mit dem Konsortium eine Übung zur Entlastung der Gesäßmuskulatur und des Rückens durch.

Herr Ralf Bigge führt das Konsortium durch die DFA Demonstrationsfabrik Aachen; im Hintergrund sind Prototypen der aktuellen Robotik-Projekte zu sehen.

Frau Dr. med. Sandra Dohmen stellt eine digitale proaktive Behandlungsmöglichkeit der Telemedizin für Intensivpatient*Innen vor.

Frau Dr. Helga Unger und Herr Prof. Dr. Mühlbradt referieren über „Arbeitsnahes Lernen“ in den Unternehmen des GALA-Verbundes.

Frau Katharina Schäfer strukturiert die Ergebnisse des Workshops „Arbeitsgestaltung“.

Bilder: © Region Aachen / Diana Mowat

Leitthemen-Workshops am FIR e. V. an der RWTH Aachen

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojektes „GALA – Region Aachen: innovativ Lernen und Arbeiten“ fanden am 22.  September und 01. Oktober 2021 am FIR e. V. an der RWTH Aachen Workshops zu den vier GALA-Leitthemen Gesundes Arbeiten, Agilität/Innovation, Mensch-Maschine-Interaktion sowie Digitale Kollaboration statt. Die vier Workshops, an denen nicht nur Beschäftigte der GALA-Verbundpartner, sondern mit dem Institut Leistung Arbeit Gesundheit (ILAG) sowie dem Notfallbildungszentrum Eifel-Rur gGmbH (NOBIZ) auch projektexterne Akteure aus der Gesundheitsregion Aachen teilnahmen, waren jeweils so aufgebaut, dass zunächst wissenschaftliche Grundlagen zu den Leitthemen sowie (gesundheits-)relevante Zahlen, Daten und Fakten präsentiert wurden. Darauf basierend entstanden dann wertvolle Diskussionsrunden, die durch die interdisziplinären Hintergründe der Teilnehmenden besonders tiefe Einblicke in das Lernen und Arbeiten in der Gesundheitsregion Aachen ermöglichten. Hierdurch konnten wertvolle Ergebnisse generiert werden, die als Grundlage für die weitere Projektarbeiten – und hier insbesondere den beiden Toolboxen Arbeitsgestaltung und Kompetenzmanagement – dienen und langfristig den Akteuren in der Gesundheitsregion Aachen und über die Region hinaus, zugutekommen sollen.

Impressionen aus den Workshops:

© Bilder: Region Aachen / Diana Mowat

1. GALA-Meilensteintreffen absolviert

Mitte Juni 2021 hat das GALA-Verbundteam ihren 1. Meilenstein erfolgreich passieren können, und dies in innovativer

Umgebung: In der 3D Lern- und Arbeitswelt von TriCAT spaces kamen alle Verbundpartner und das PTKA Karlsruhe zusammen, um über die bisherigen Arbeiten zu informieren, den Austausch zu vertiefen und neue Ideen für die weiteren Projektaktivitäten zu gewinnen.

Besondere Highlights dieses Treffens waren u. a. die Workshops in den vier GALA-Leitthemen Mensch-Maschine Interaktion, Gesundes Arbeiten, Digitale Kollaboration und Agilität/Innovation von Teilnehmenden aus Wissenschaft und Praxis sowie der Gastvortrag von Markus Herkersdorf, dem Geschäftsführer von TriCAT spaces, über die Potenziale und die verschiedensten Anwendungsbereiche immersiver 3D-Lern- und Arbeitswelten etwa auch in der Gesundheitsbranche (bspw. die holistischen Trainingsmöglichkeiten im Bereich der Notfallversorgung).